Anton Miller

Warum heißt unsere Schule eigentlich Anton-Miller-Schule?

Für die Antwort auf diese Frage müssen wir weit in die Geschichte von Straß zurückblicken.

Vor 250 Jahren lebten in unserem Ort einfache Bauern. Sie mussten auf ihren Feldern hart arbeiten. Auch die Kinder mussten mithelfen, damit die Familie ihr Auskommen hatte.
Ein Schulhaus gab es nicht. Die Kinder wurden vom Mesner der Kirche notdürftig im Lesen und Schreiben unterrichtet. Meist waren es arme Handwerker, die als Mesner und Schulmeister ihre geringen Einkünfte etwas aufbesserten. Oft mussten sie selbst erst noch Lesen und Schreiben bei einem Pfarrer lernen. Der "Unterricht" fand bei ihnen zu Hause statt.

Eine Verbesserung gab es erst im Jahr 1779.  Anton Miller, der damalige Pfarrer von Straß, kaufte ein altes Bauernhaus, ließ es abreißen und zum größten Teil auf seine Kosten neu errichten.
Er schenkte das Anwesen einschließlich der dazu gehörenden Felder und Wiesen der Gemeinde als Schulhaus. Außerdem ließ er einen Schullehrer ausbilden und stellte ihn ein.

"Von nun an musste die Schule von allen Kindern besucht werden. Außerdem erhielten die Kinder gemeinsam Unterricht. Unterrichtsgegenstände waren nicht mehr nur Lesen und Schreiben, sondern auch Rechnen, Erdkunde und Naturkunde."


aus:
Anton Aubele:
Straß, Zur Geschichte eines Dorfes im Ulmer Winkel, Konrad, Weißenhorn 1982